Wer kann Gesundheit bezahlen?

Heute geht es wieder um 06.30 Uhr los. Wir fahren rauf in die Berge, um dort in der Zone Walungu das Gesundheitszentrum Muku einer Baptistischen Kirche zu besuchen. Unterwegs begegnen uns hunderte Menschen, die auf dem Weg nach Bukavu sind – zur Arbeit, auf den Markt, um dort ihr Gemüse zu verkaufen und eben ein paar kongolesische Francs zu verdienen.

Nach einer wilden Fahrt kommen wir gut am Gesundheitszentrum an. Dr. Emmanuel und sein Team empfangen uns und zeigen uns die Klinik. Dr. Emmanuel ist der einzige Arzt. Jeden Tag entbinden 2-3 Frauen hier und er führt viele Kaiserschnitte durch. Auf der Station begegne ich einer traurigen Frau. Sie hat ihr Kind verloren. Es war ein unerkannter Diabetes in der Schwangerschaft. Ich bin beeindruckt, wie behutsam Dr. Emmanuel mit der Frau in dieser schwierigen Situation umgeht. Der Fall zeigt, dass die chronischen Erkrankungen auch hier im Kongo zunehmen. Daher überlegen wir im Difäm, wie wir die kirchlichen Einrichtungen im Umgang und bei der Behandlung dieser Erkrankungen unterstützen können.

Workshop zur Finanzierung von Gesundheit

Dabei stolpern wir immer wieder über das Problem der Finanzierung. Auch an diesem Krankenhaus in dieser armen Berggegend. Wer hat hier schon 50 Dollar übrig, um sie für eine Krankenhausbehandlung auszugeben? Bei einer komplizierten Sache, wie der Intensivbehandlung einer schweren Diabetikerin und einem Kaiserschnitt, kommen schon mal 200 Dollar zusammen.

In einem Workshop befassen wir uns näher mit diesem Thema. Dr. Emmanuel ist ein junger Arzt. Seit 6 Jahren ist er mit seinem Studium fertig, aber er sieht keine Möglichkeit zur Facharztausbildung: „Das kostet viel Geld, weil man sich an einer Uni einschreiben muss. Wer kein Stipendium bekommt, hat keine Chance.“ Auch das ist etwas, was das Team im Koordinationsbüro der medizinischen Arbeit der Kirchen angehen muss: Wie können gute Karrierestrukturen bei den Kirchen aufgebaut werden. Ansonsten werden sie Ärzte wie Dr. Emmanuel an die großen NGOs verlieren.

Erste Schritte zur Ebola-Prävention

Auch Ebola ist ein Thema, das wir besprechen. Von Goma sind es gerade mal 200km. Daher ist ein guter Schutz vor Infektionen, die Verwendung von Schutzkleidung und der Gebrauch von gechlortem Wasser auch hier im Krankenhaus elementar. Wir besprechen die nächsten Schritte. Den Beginn haben sie gemacht, aber es gibt noch deutlich mehr zu tun.

Autor: Gisela Schneider

Dr. Gisela Schneider ist die Direktorin des Difäm. Hier bloggt sie über ihre Reise in den Kongo, ihre Zusammenarbeit mit Dr. Denis Mukwege und die Präventionsarbeit im Kampf gegen Ebola.

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